22. März 2017

BrL-F: Kopflos, mutlos, punktlos


SV 63 Brandenburg-West – HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst 25:20 (13:14)

Trikots dabei, Trommeln dabei, dafür Selbstvertrauen und die Fähigkeit zum Handballspielen in Ahrensdorf vergessen – die Kurzfassung des 17. Spieltages fällt aus HSG-Sicht ernüchternd aus. Weit entfernt von ihrem eigentlichen Potenzial gab es für die Ahrensdorferinnen am Sonntag bei der Konkurrenz aus Brandenburg nichts Zählbares zu holen. Dabei begann die Partie für die Gäste recht vielversprechend: Zwölf Minuten waren gespielt, da lagen die HSG-Frauen 4:8 in Front. Dennoch machten sich bereits die ersten Patzer bemerkbar: Zu passiv, zu spät, zu wenig “miteinander” – in der sonst so stabilen Ahrensdorfer Deckung zeigten sich ungewohnt viele Fehler. Entsprechend einfach hatten es die Spielerinnen aus Brandenburg, den Anschluss nicht zu verlieren (8:10, 23’). Bisweilen wirkte auch das Angriffsspiel der Gäste zu statisch und vergebens versuchte die HSG, die gegnerische Abwehr mit Einzelaktionen zu überwinden. Das gelang mal mehr, mal weniger, für eine Halbzeitführung reichte es aber gerade so. Auf der anderen Seite zeigte sich der SV davon herzlich wenig beeindruckt, sodass für die Gäste zur Pause feststand: Für einen Punktgewinn bedarf es auf allen Positionen mehr Einsatz.

Nach dem Seitenwechsel verteidigten die HSG-Frauen ihren knappen Vorsprung (16:17, 43’), sahen sich aber Brandenburgerinnen gegenübergestellt, die entschlossen auf jeden HSG-Treffer mit einem Tor ihrerseits antworteten. Die Gastgeberinnen witterten offensichtlich die Gelegenheit zum Sieg. Wie dringend der SV auf die zwei Pluspunkte angewiesen war, wurde beim Blick auf die Tabelle deutlich: Bei einer Niederlage wäre die Mannschaft auf Rang 10 abgerutscht und damit in Abstiegsnähe geraten. Umso größer wurde der 20. SV-Treffer bejubelt, mit dem die Brandenburgerinnen erstmals in Führung gingen. Im Gästeblock hingegen mussten die mitgereisten HSG-Zuschauer zusehen, wie ihrer Mannschaft das Spiel Stück für Stück entglitt. Ein mutloses Auftreten im Angriff und Schwierigkeiten in der Defensive ließen den Wirkungskreis der HSG Minute um Minute schrumpfen. Beim Stand von 22:20 knapp fünf Minuten vor dem Ende wurde die Luft für die Ahrensdorferinnen immer dünner. Obwohl die Gäste sich für letzten Spielminuten in der Abwehr noch einmal zusammenrauften, blieb es dabei, dass sich die HSG- Damen in den entscheidenden Momenten allzu oft zu einfachen Fehlern verleiten ließen. Da kam die Schlusssirene fast schon einer Erlösung gleich.

Zwar sichert sich der SV verdient seine Punkte 13 und 14, doch lässt sich nicht der Gedanke abwenden, dass die HSG selbst einen Großteil dazu beitrug. Trösten können sich die HSG-Frauen damit, dass sie weit hinter den eigenen Ansprüchen geblieben sind und dass sie wesentlich besser Handball spielen können, als es an diesem Tag der Fall war. Aber verliefe jedes Spiel ohne Wenn und ohne Aber, würde man in Ahrensdorf vermutlich auch nicht um die Spitzenposition der Brandenburgliga spielen, sondern um die Champions-League-Plätze..

as

HSG auf Facebook

Facebook Pagelike Widget