31. Oktober 2017

OOS-F: Auch solche Spiele muss es geben


Berliner TSC – HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst 23:24 (11:13)

Ganz klar, ein überzeugender Sieg sieht anders aus. Zwar hatten die Ahrensdorferinnen gegen den Berliner TSC über die gesamte Spielzeit stets ein, zwei Tore mehr auf dem Konto, aber es fehlte nicht viel, dass die Gäste fast noch über ihre eigenen Fehler gestolpert wären. Tatsächlich war es am Ende eine große Ladung Glück, die den HSG-Frauen ihren dritten Saison-Sieg einbrachte – aber auch das muss einem mal vergönnt sein.

Auch wenn die Ahrensdorferinnen auf eine Wiedergutmachung für den vergangenen Spieltag aus waren, kam das HSG-Spiel nicht so recht ins Rollen (4:2, 10’). Vor allem die dürftige Wurfquote verhinderte einen besseren Start und so dauerte es eine gute Viertelstunde, ehe sich die HSG- Frauen erstmals ein kleines 2-Tore-Polster erarbeitet hatten (6:8, 18’). Auf der anderen Seite bewiesen die jungen Berlinerinnen, dass sie bereit für ihre ersten Punkte waren. Dabei profitierten sie oftmals von den Fehlern ihrer Gäste: Diese zwangen den TSC zwar mehrmals zum passiven Spiel, in den entscheidenden Momenten waren die Ahrensdorferinnen jedoch nicht schnell genug auf den Beinen. So gestalteten sich die ersten 30 Minuten offener, als es aus HSG-Sicht nötig gewesen wäre.

Kaum dass die Partie weiterging, setzten beide Mannschaften dort an, wo sie vor dem Seitenwechsel aufgehört hatten: Die HSG erzielte Treffer Nummer 14, der TSC legte direkt nach. So holperte das Spiel vor sich hin, ohne dass es den Ahrensdorferinnen gelang, sich nennenswert abzusetzen. Weil sich aber auch die Gastgeberinnen den ein oder anderen Patzer leisteten, reichte es aus TSC-Sicht maximal für den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 17:17 (41’). Als die Partie auf’s Ende zusteuerte und die Anspannung langsam stieg, schienen die HSG-Frauen allmählich aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwachen. Nach drei Toren in Folge führten die Gäste mit 21:18 (46’), den Vorsprung hielten sie bis zur 56. Minute. Kurz zuvor hatte man sich darauf verständigt, das Spiel nun mit mehr Ruhe zu gestalten. Das rächte sich jedoch prompt, denn bei all der Ruhe vergaßen die Ahrensdorferinnen, den Ball in Richtung Tor zu bringen. Die TSC- Spielerinnen zeigten, wie es besser geht und auf einmal war der Ausgleich wieder da (23:23, 60’). In den verbliebenen 40 Sekunden war keine Zeit mehr für raffinierte Handballfeinheiten. Stattdessen wurde der Ball irgendwie noch mal ins Tor gewuchtet, der letzte TSC-Angriff noch irgendwie abgewehrt, dann war Schluss und Zeit zu jubeln.

Mit dem Abpfiff gehört nun auch ein Haken hinter die Partie, in der die HSG phasenweise zu zögerlich agierte und sich damit selbst im Weg stand; aber auch solche Spiele müssen mal gewonnen werden. Trotzdem bedarf es gegen die Mannschaft des Rostocker Handball Clubs einer Steigerung. Nicht nur, um den eigenen Ansprüchen wieder gerecht zu werden, sondern auch, weil die Extraportion Glück für’s Erste aufgebraucht zu sein scheint.

as

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