21. Februar 2018

OOS-F: Eine verschenkte Halbzeit macht zwei verschenkte Punkte


HSG Neukölln – HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst 22:21 (10:13)

Bittere Mienen nach dem Abpfiff: Die Enttäuschung über die 21:22-Pleite gegen die HSG Neukölln sah man den Ahrensdorferinnen an. Zur Enttäuschung gesellte sich rasch die unschöne Gewissheit, dass die Niederlage unnötig war. Bei den Berlinerinnen herrschte dagegen Erleichterung. Nach einer durchwachsenen ersten Saisonhälfte und dem zwischenzeitigen elften Tabellenplatz ist die Mannschaft in der Rückrunde quasi zum Siegen verdammt. Die HSG-Frauen stehen zwar etwas besser da, aber auch für sie ist jeder Sieg wichtig, damit am Ende nicht das große Zittern beginnt.

Neukölln ging zunächst 2:0 in Front, doch die HSG legte direkt nach. Von da an bekamen die Zuschauer in der Buschrosensteig-Halle eine ausgeglichene Partie zu sehen (5:5, 15’). Die Ahrensdorferinnen standen in der Abwehr kompakt, aber immer wieder fehlte die letzte Konsequenz, um die gegnerischen Angriffe zu unterbinden. Doch auch die Gastgeberinnen leisteten sich den ein oder anderen Fehler. Die HSG-Frauen wussten diese zu nutzen und konnten sich in der 25. Minute erstmals mit drei Toren absetzen (8:11). Die anschließende Auszeit erzielteefür die Berlinerinnen zunächst nicht die gewünschte Wirkung. Stattdessen erhöhten die Ahrensdorferinnen die Führung um ein Tor, ließen jedoch die Gelegenheit, sich weiter abzusetzen, ungenutzt. Zur Halbzeit gab es daher einen 3-Tore-Vorsprung, der schön anzusehen war, aber keine Euphorie auslöste.

Ähnlich verlief die Partie nach dem Seitenwechsel. Die Gäste blieben mit drei, mal mit zwei, mal mit vier Toren vorn (11:14, 35’; 15:17, 47’) . Die Berlinerinnen hatten die Halbzeit jedoch genutzt, um sich taktisch neu auszurichten. Die HSG Neukölln nahm für den Angriff ihre Torhüterin raus und agierte fortan in Überzahl. Ausgefallene Spielzüge brauchten die Gastgeberinnen aber nicht, denn die Ahrensdorferinnen trafen in dieser Phase – ganz von allein – zu oft die falschen Entscheidungen. Die Unsicherheit setzte die Mannschaft in der Offensive fort. Mit voranschreitendem Spielverlauf fabrizierten die HSG-Frauen mehr Fehlwürfe und technische Fehler als Tore. Es kam, wie es kommen musste: Der bis dahin beständige Vorsprung erwies sich als zu dünn und ein 5:0-Lauf binnen sechs Minuten verschaffte den Neuköllnerinnen nach langer Zeit wieder die Führung (18:17, 51’). Punktestand und Körpersprache sprachen nun für die
Berliner HSG. Ohne Wenn und Aber ließen sich die Ahrensdorferinnen nicht abspeisen, glichen mehrfach aus (20:20, 58’; 21:21, 60’), konnten am Ende jedoch keine Akzente mehr setzen, die die Partie nochmals hätte drehen können.
Sicher, jede Niederlage ist unnötig. Diese war aus Ahrensdorfer Sicht aber noch mehr, nämlich vermeidbar. Die HSG-Frauen müssen sich wohl oder übel den Punktverlust auf die eigene Kappe schreiben.

Weniger Fehler, mehr Konstanz und vielleicht hätte das Spiel dann einen anderen Ausgang gehabt. Andererseits, all das lässt sich trainieren und somit haben es die Ahrensdorferinnen nächsten Samstag wieder selbst in der Hand, als Sieger vom Platz zu gehen. In heimischer Halle empfängt die HSG um 16 Uhr die Mannschaft des Pfeffersport e.V..
as

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