2. Mai 2018

OOS-F: Kehrtwende nach dreißig Minuten


TSV Rudow – HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst 23:28 (15:12)

Wer nur das Ergebnis kannte, ging von einem souveränen HSG-Auftritt aus. Wer beim Spiel anwesend war, wusste, dass exakt das Gegenteil zutraf: Nach einer kläglichen ersten Halbzeit, einem Rückstand von sechs Toren und zahlreichen Fehlern offensiv wie defensiv packten es die Ahrensdorferinnen irgendwie, den Schalter in der zweiten Halbzeit umzulegen und ihr letztes Auswärtsspiel erfolgreich abzuschließen. Eigentlich hätten die HSG-Frauen gewarnt sein und demnach hellwach starten müssen, denn auch im Hinspiel war der Aufsteiger lange Zeit einem Rückstand hinterhergerannt. Der Grund für den verpatzten Spielbeginn bleibt also vermutlich ein Mysterium.

Sowohl der TSV als auch die HSG befanden sich vor der Partie noch immer in Abstiegsnähe, ein Sieg war daher für beide Seiten Pflicht. Doch lediglich die Gastgeberinnen zeigten zum Anpfiff den nötigen Biss und marschierten direkt vorneweg (8:3, 14’). Auf Ahrensdorfer Seite passte zu diesem Zeitpunkt nicht viel. In der Abwehr standen die Gäste zumeist jede für sich statt im Verbund. Wenn doch mal eine gelungene Defensivaktion mit einem Ballgewinn belohnt wurde, endete der Angriff nicht mit einem Torwurf, sondern mit einem Fehlpass oder sonstigen technischen Fehlern. So behielt der TSV in den ersten dreißig Minuten permanent die Oberhand (10:4, 16’; 11:7, 21’). Erst beim Anschlusstreffer zum 11:10 (23’) hatten die Ahrensdorferinnen den Weg in die Partie halbwegs gemeistert. Dennoch: Die Gäste boten zu wenig Gegenwehr, sodass Rudow zum Seitenwechsel erneut die Führung erhöhen konnte. Der HSG blieb eigentlich nur die Flucht nach vorn, wenn sie nicht vorzeitig auf verlorenem Posten landen wollte.

Drei Tore sind im Handball bekanntlich schnell aufgeholt, aber es benötigt dazu schon die entsprechende spielerische Leistung und die Bereitschaft, sich in ein verkorkstes Spiel zu kämpfen. Die Bereitschaft kam zuerst: Mit deutlich mehr Körperspannung kehrten die HSG-Frauen zurück auf das Spielfeld. Die Gastgeberinnen setzten zwar den ersten Treffer, aber kurz darauf nutzten die Ahrensdorferinnen eine doppelte Überzahl zu ihren Gunsten. Sieben Tore in Folge drehten den 12:16-Rückstand zu einer 19:16-Führung (40’). Als die HSG kurz darauf selbst in zweifacher Unterzahl agieren musste, hatte sich die Mannschaft soweit gefestigt, dass sie diese Phase unbeschadet überstand. Die Ahrensdorferinnen traten nun als Mannschaft auf, präsentierten sich in der Defensive energischer und brachten den TSV immer häufiger in Bedrängnis. Die letzten Zweifel beseitigten die HSG-Frauen knapp zehn Minuten vor dem Ende, als sie auf sieben Tore wegzogen (26:19). Da mit dem 28:23-Erfolg nun auch die letzten Abstiegssorgen passé sind, gab es hinterher gleich doppelten Grund zur Freude – da geriet der Fehlstart aus Halbzeit 1 fast in Vergessenheit.

In dieser Form darf es nächsten Samstag gerne weitergehen. Zum letzten Mal werden die Ahrensdorferinnen auflaufen, wenn der Viertplatzierte aus Spandau zu Gast ist. Für beide Teams geht es eigentlich nur noch um die Goldene Ananas, aber die HSG schuldet ihrem Publikum noch eine Wiedergutmachung für das dürftige Hinspiel, das 26:32 verloren ging.

as

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