8. November 2017

OOS-F: Nur das Sahnehäubchen fehlte


Rostocker Handball Club – HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst 24:24 (13:14)

Knapp 230 km, rund drei Stunden Busfahrt – vielmehr trennten den Rostocker HC und die HSG am Sonntag nicht. Der 24:24-Endstand zeigt, auf welch gleichem Niveau die beiden Mannschaften 60 Minuten lang agierten. Und doch hätten die Reaktionen nach dem Abpfiff unterschiedlicher nicht sein können. Während sich die HC-Spielerinnen jubelnd in den Armen lagen, grübelten die Ahrensdorferinnen kurzweilig darüber, wie sie das Ergebnis finden sollten.

Der feste Vorsatz, die durchwachsene Leistung der letzten zwei Partien zu tilgen, war der HSG von der ersten Minute an anzumerken. Entsprechend früh gingen die Ahrensdorferinnen 6:2 in Führung (9’) und zeigten ihren mitgereisten Anhängern damit, was sie an diesem Nachmittag vorhatten. Der heimstarke RHC ließ mit den passenden Antworten aber nicht lange auf sich warten und mauserte sich in der 17. Minute erstmals zum Unentschieden von 8:8. Besagter Ausgleich ließ die HSG- Frauen aber unbeeindruckt. Angetrieben von den eigenen Fans und dem Selbstvertrauen, das sie in der Anfangsphase getankt hatten, blieben die Gäste knapp aber fortwährend im Vorteil (8:10; 12:13). Einzig die Chancenverwertung hätte man den Ahrensdorferinnen in dieser Phase vorhalten können; die Möglichkeit, auf mehr als zwei Tore davonzuziehen, bot sich mehrmals, blieb jedoch ungenutzt.

Den besseren Start in die zweite Spielhälfte erwischten die RHC-Spielerinnen, die in der 34. Minute erstmals die Führung ergriffen (15:14). Spätestens jetzt entwickelte sich ein Schlagabtausch, bei dem heimische wie angereiste Fans auf ihre Kosten kamen: Ihr 2- Tore- Rückstand in der 42. Minute (19:17) war für die HSG-Frauen das Signal zur Attacke. Fünf Tore nacheinander und ein gehaltener Siebenmeter ließen den Erfolg der Blau-Gelben näher rücken, und tatsächlich sprach bis zur 52. Minute alles für die Ahrensdorferinnen, die zu diesem Zeitpunkt 24:20 führten. Doch der RHC konterte. Wie schon im ersten Durchgang ließen sich die Rostockerinnen nicht abwimmeln und näherten sich Angriff um Angriff dem möglichen Punktgewinn. Auf der anderen Seite leistete sich die HSG in den Schlussmomenten zu viele Unkonzentriertheiten, als dass sie den Sack vorzeitig hätte zumachen können. Das macht nicht nur zwei Euro für’s Phrasenschwein, sondern sorgte zudem für eine hitzige Endphase. Beim Berliner TSC eine Woche zuvor war die Spielzeit in genau dem richtigen Moment abgelaufen. In Rostock allerdings lief die Uhr für HSG-Empfinden zwei Sekunden zu lang, sodass mit dem Abpfiff der 24. HC-Treffer fiel.

In der OSPA-Arena haben die Ahrensdorferinnen all die Tugenden gezeigt, die der Handball bietet: kompakte Abwehr, Lösungen gegen die offensive Deckung der Rostocker gepaart mit ganz viel Einsatz und Wille – über weite Strecken, aber eben nicht über 60 Minuten. Trotz des beherzten Auftritts bleibt also der kleine Wermutstropfen, dass das Sahnehäubchen, der zweite Punkt, am Ende fehlte. Aber als die Gewissheit überwog, einer etablierten Mannschaft wie dem RHC die Stirn bieten zu können, kehrte letztlich doch der Jubel ins HSG-Lager ein.

as

Danke an Birgit Scholz für die Bilder vom Spiel!

 

 

 

 

HSG auf Facebook