20. Dezember 2017

OOS-F: Ohne Einstellung ist nichts zu holen


VfV Spandau – HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst 32:26 (19:11)

Zum Jahres- und Hinrundenabschluss hatten sich die HSG-Damen vorgenommen, noch einmal ein kleines blau-gelbes Feuerwerk zu zünden. Der Endstand lässt jedoch erahnen, dass die gezeigte Leistung eher einem Teelicht als einem Feuerwerk glich. Aber bekanntlich beginnt man mit dem Positiven: Die Ahrensdorferinnen verschliefen die Anfangsphase nicht. Trotz kleinerer Mängel zeigten sich die Gäste zunächst durchaus präsent und beanspruchten in den ersten zehn Minuten zweimal die Führung für sich. Dann kam der Wendepunkt. Mehrere Minuten lang geschah im HSG-Angriff wenig Lobendes, dafür viel Fehlerhaftes. Ein Ballverlust jagte den nächsten, dazu gesellten sich fehlerhafte Torabschlüsse und die mangelnde Bereitschaft, verloren gegebene Bälle zurück zu erkämpfen. Die Folge der Misere war ein 7:0-Lauf der Berlinerinnen, und aus dem 8:6 (15’) wurde mit einem mal ein 15:6 (22’). Was genau den Totalausfall zwischen der 15. und 22. Spielminute verursacht hatte, wird wohl ein Rätsel bleiben. Entsprechend bedient verschwand die HSG zur Halbzeit mit 11:19 im Rückstand in die Kabine.

Fest stand aber auch, dass es in Durchgang 2 eigentlich nur besser laufen konnte. Oder zumindest nicht sehr viel schlechter. Die vage Hoffnung, der VfV könnte in der zweiten Halbzeit das Tempo rausnehmen, beantworteten die Spandauerinnen mit einem klaren Nein. In der 34. Minute stieg der Vorsprung der Gastgeberinnen auf zehn Tore an (22:12) und fällte damit ein vernichtendes Urteil für die HSG- Defensive, die nur alibimäßig verteidigte. Im Durchschnitt haben die Ahrensdorferinnen bislang in 60 Minuten 23 Gegentore kassiert; man musste kein Prophet sein, um zu ahnen, dass diese Zahl nach der Partie steigen würde. Auch in der Offensive gelang den HSG- Frauen spielerisch nicht viel. Lediglich durch Einzelaktionen verkürzten die Gäste zwischenzeitlich auf sieben Tore (23:16, 39’), viel mehr war an diesem Abend nicht möglich. So stand schon vor dem Abpfiff fest, dass der VfV als Sieger vom Platz gehen würde. Dafür mussten die Berlinerinnen den Handball nicht neu erfinden, sie mussten ihn nur solide vortragen, um die HSG zu dominieren. Zum Schluss ist die 26:32-Niederlage fast noch dankbar, denn die Gastgeberinnen ließen in der Endphase ebenfalls die ein oder andere Chance liegen.

26 erzielte Treffer sind grundsätzlich in Ordnung, nur darf man dann eben nicht 32 zulassen. Aber alles Kopfschütteln und Hadern hilft rückwirkend nicht viel, das Spiel gehört abgeschrieben. Die Möglichkeit zur Wiedergutmachung haben die Ahrensdorferinnen am 06. Januar im Pokal-Halbfinale gegen die TSV Germania Massen. Bleibt zuletzt noch das wichtigste: allen HSG-Anhängern frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2018 zu wünschen!

as

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