24. Oktober 2017

OOS-F: Wie ausgewechselt


Pfeffersport – HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst 30:25 (14:10)

Wenn der Schlusspfiff einer Erlösung gleicht, muss vorher einiges schief gelaufen sein. Diese Aussage konnte am vergangenen Samstag von der HSG bejaht werden. Während die Ahrensdorferinnen eine Woche zuvor einen überzeugenden Mannschaftsauftritt hingelegt hatten, wirkten sie gegen die Mannschaft des Pfeffersport e.V. wie ausgewechselt – spielerische Mängel und die fehlende Bereitschaft zum Kampf verschuldeten am Ende die 30:25-Niederlage.

Dass die Partie nicht in die Galerie der schönsten Handballmomente aufgenommen würde, war bereits in der Anfangsphase zu erkennen. Die 2:1-Führung der Ahrensdorferinnen in der siebten Minute entpuppte sich im Nachhinein als ihre letzte an diesem Spieltag; von da an reichte es maximal noch für einen zwischenzeitlichen Ausgleich (5:5, 17’). Aber solche Situationen kennen die HSG-Frauen bestens und dass sie die Fähigkeit besitzen, Rückstände aufzuholen, haben sie in der Vergangenheit immer wieder bewiesen. Dementsprechend versuchten die Gäste, ihren Rückstand ohne Überstürzung zu egalisieren. Die Grenze von einer besonnenen zur kopflosen Spielweise verläuft aber manchmal fließend, was sich am Auftreten der HSG beobachten ließ: Während sich die erste Halbzeit ihrem Ende näherte, schien die Mannschaft noch immer nicht mit den Gedanken beim Spiel angekommen zu sein. Obwohl die Ahrensdorferinnen bis zur 20. Minute nur knapp im Hintertreffen waren (9:7), präsentiere sich die HSG-Abwehr ungewöhnlich schlecht organisiert und blieb in den meisten Aktionen zu passiv. Die Berlinerinnen “bedankten” sich für diese Einladung zum Torewerfen mit einer 14:10-Halbzeitführung.

Die erhoffte Aufholjagd nach dem Seitenwechsel blieb aus. Stattdessen erzielte Pfeffersport die Treffer 15 und 16 (32’), und obwohl die zweite Halbzeit erst begonnen hatte, ließ sich an der Körpersprache der Ahrensdorferinnen ablesen: So richtig glaubten sie auf dem Spielfeld nicht an einen Erfolg. Das spiegelte sich in den Zwischenständen wider. Zeitweise gelang es den HSG- Frauen, auf vier Tore zu verkürzen (16:12, 35’; 20:16, 47’), aber mehr war an diesem Abend nicht drin. Anstatt auf dem Parkett Lösungen zu finden, konnten die Ahrensdorferinnen nur auf die Aktionen Pfeffersports reagieren, selbst aber kaum spielerische Akzente setzen. Es blieb dabei: Wann immer die Gäste eine gelungene Aktion zu verbuchen hatten, leisteten sie sich im Gegenzug zwei, drei Fehler – in der Endabrechnung war das zu viel.

Die Niederlage schmerzt, muss aber angesichts der gezeigten Leistung als gerecht eingestuft werden. Aufbauen können sich die HSG-Frauen mit der Gewissheit, dass sie zu deutlich Besserem in der Lage sind, als sie es am Samstag gezeigt haben. Die Möglichkeit zur Wiedergutmachung gibt es am Samstag bei der Mannschaft des Berliner TSC.

as

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